Manche Orte betritt man nur mit den Füssen.
Andere mit dem ganzen Menschen.
Das TimeOut soll genau so ein Ort werden. Nicht einfach ein Studio, nicht nur ein Raum für Workshops und auch kein gewöhnlicher Treffpunkt. Es soll eine Juku werden: ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, um zu lernen, zu üben, zu forschen, sich auszutauschen und innerlich wie äusserlich zu wachsen.
Eine Juku ist mehr als Schule.
Sie ist persönlicher, lebendiger und näher am Menschen.
Hier wird Wissen nicht einfach vermittelt, sondern erfahrbar gemacht. Hier geht es nicht nur um Technik, sondern um Haltung. Nicht nur um das richtige Tun, sondern um das bewusste Tun.
Das TimeOut verbindet Kunst, Spiritualität und Begegnung.
Ein Raum für Shibari, Fotografie, Meditation, Achtsamkeit, Tee,
Körperarbeit, Gespräche und alles, was daraus noch entstehen darf.
Inspiriert ist diese zukünftige Juku von drei alten Gedanken, die für mich die Grundpfeiler des TimeOut bilden:
- Kogido ist der Kopf.
- Tekijuku ist die Hand.
- Narutaki Juku ist die offene Tür.
Drei Bilder. Drei Qualitäten. Drei Wege, die sich im TimeOut verbinden.
Kogido — der Kopf
Kogido steht für Haltung.
Bevor wir etwas tun, beginnt alles mit der Frage: Aus welcher inneren Ausrichtung heraus handle ich?
Gerade in Bereichen wie Shibari, Fotografie, Meditation oder Körperarbeit ist diese Frage entscheidend. Denn Technik allein reicht nicht.
- Ein Knoten kann korrekt sein und trotzdem leer wirken.
- Eine Berührung kann sauber ausgeführt sein und dennoch keine Verbindung schaffen.
- Ein Bild kann scharf sein und trotzdem nichts erzählen.
Kogido erinnert daran, dass jedes Tun eine innere Richtung braucht. Respekt, Aufmerksamkeit, Ruhe, Präsenz und Verantwortung sind keine Nebensache. Sie sind das Fundament.
Im TimeOut bedeutet das:
Wir lernen nicht nur, was wir tun.
Wir fragen auch, warum und wie wir es tun.
Hier darf Haltung wachsen. Nicht als starres Regelwerk, sondern als bewusste Art, Menschen, Kunst und Momenten zu begegnen.
Tekijuku — die Hand
Tekijuku steht für Fachwissen, Praxis und Handwerk.
Wissen soll nicht nur im Kopf bleiben. Es muss durch die Hände gehen. Durch den Körper. Durch Wiederholung, Fehler, Korrektur, Geduld und Erfahrung.
Im TimeOut darf gelernt, geübt und ausprobiert werden. Direkt, praktisch und lebendig. Ob beim Fesseln, Fotografieren, Meditieren, in der Arbeit mit Körper und Atem oder in kleinen Ritualen wie einer Teezeremonie: Entscheidend ist nicht nur das Verstehen, sondern das Erleben.
- Ein Knoten wird nicht besser, weil man ihn einmal gesehen hat.
- Ein Blick für Licht entsteht nicht durch Theorie allein.
- Präsenz wächst nicht, weil man darüber spricht.
Man muss tun. Spüren. Beobachten. Anpassen. Wiederholen.
Tekijuku ist der Moment, in dem Wissen langsam in die Hände sinkt. Wenn Technik nicht mehr nur nachgemacht wird, sondern verstanden. Wenn aus Bewegung Erfahrung wird. Wenn aus Übung ein eigener Ausdruck entsteht.
Narutaki Juku — die offene Tür
Narutaki Juku steht für Begegnung.
Ein Raum wird erst lebendig durch die Menschen, die ihn betreten. Durch Fragen, Gespräche, gemeinsames Üben, ehrliches Feedback, Unsicherheiten, Neugier und den Mut, nicht perfekt erscheinen zu müssen.
Das TimeOut soll eine offene Tür sein. Für Menschen, die lernen möchten. Für Menschen, die suchen. Für Anfänger, Fortgeschrittene, Künstler, Neugierige, Ruhige, Wilde, Fragende und jene, die vielleicht noch gar nicht genau wissen, was sie suchen — aber spüren, dass sie einen Ort dafür brauchen.
Es soll ein geschützter Raum sein. Kein Ort für Show, Druck oder Selbstdarstellung. Sondern ein Ort, an dem Begegnung ehrlich sein darf.
- Hier darf man ankommen.
- Hier darf man Fragen stellen.
- Hier darf man ausprobieren.
- Hier darf man still sein.
- Hier darf man wachsen, ohne sich verstellen zu müssen.
Narutaki Juku ist die offene Tür. Aber auch die Einladung, bewusst einzutreten.
Die Seele des TimeOut
Diese drei Gedanken bilden zusammen die Seele des TimeOut:
- Kogido für Haltung — Bewusstsein, Respekt, innere Ausrichtung, Präsenz.
- Tekijuku für Fachwissen — Technik, Handwerk, Praxis, Erfahrung, Entwicklung.
- Narutaki Juku für Begegnung — Austausch, Gemeinschaft, Offenheit, lebendiges Lernen.
So entsteht ein Raum, der nicht nur Wissen weitergibt, sondern Erfahrungen möglich macht.
Shibari ist mehr als Seil.
Fotografie ist mehr als ein Bild.
Meditation ist mehr als Stille.
Tee ist mehr als ein Getränk.
Und Lernen ist mehr als das Sammeln von Informationen.
Im TimeOut geht es um das Dazwischen. Um den Moment, in dem aus Technik Verbindung entsteht. Aus Begegnung Vertrauen. Aus Ruhe Tiefe. Aus einem Raum ein Ort.
Ein Ort im Wandel
Das TimeOut darf wachsen. Es darf sich verändern, neue Themen aufnehmen und neue Menschen willkommen heissen. Workshops, Coachings, Ropejams, Meditation, Tee, Fotografie, Gespräche und kleine Rituale sollen hier ihren Platz finden.
Auch der kleine buddhistische Altar wird wieder Teil des Raumes sein. Als stiller Mittelpunkt. Als Erinnerung daran, dass man diesen Ort mit Achtsamkeit betritt. Nicht aus Pflicht, sondern als bewussten Übergang:
Der Alltag bleibt draussen.
Der Raum beginnt.
Vielleicht beginnt genau dort schon das Lernen.
- Noch bevor das erste Seil in die Hand genommen wird.
- Noch bevor die Kamera ausgelöst wird.
- Noch bevor jemand etwas erklärt.
Im kurzen Innehalten.
Im bewussten Eintreten.
Im Ankommen.
TimeOut Juku
Das TimeOut wird meine Form einer Juku.
- Ein Ort für Kopf, Hand und offene Tür.
- Für Haltung, Wissen und Begegnung.
- Für Kunst, Spiritualität und Entwicklung.
- Für Menschen, die nicht nur konsumieren wollen, sondern erleben.
Ein Ort, den man nicht einfach besucht.
Sondern bewusst betritt.
Und vielleicht ist genau das der Anfang von allem.
— Stjepan